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Für mich als Europäer ist das Thema Krieg – außer in den Nachrichten – sehr weit weg. Wir leben in Frieden. Zumindest äußerlich. Doch um uns tobt eine unsichtbare Schlacht…

Für das alte Israel war Krieg viel gegenwärtiger. Besonders beim Auszug aus Ägypten oder bei der Landeinnahme sind sie zum Teil durch sehr starke kriegerische Völker bedroht. Doch Jahwe kämpft für sein Volk und hilft auf unterschiedlichste wie geniale Weisen, Kanaan einzunehmen. Der häufigste Gottesname, der uns im alten Testament begegnet, ist „Jahwe, Gott der Heerscharen“.

Jahwe als Heerführer seines Volkes

„Heerscharen“ (hebräisch „Zebaoth“) deutet die militärische Größe Israels an (vgl. 2.Mo 12,41.51). Mit diesem Namen ruft Gott seinem Volk in Erinnerung, dass ER für es kämpft und ihr Schutz ist. Bemerkenswert: Der Name „Jahwe, der Gott der Heerscharen“ taucht erst im Samuelbuch auf (z.B. 1.Sam 17,45-47), als Israel das Land bereits bewohnt. Gott ist eben nicht nur Kriegsgott und lässt sich nicht vorschnell auf einen Namen festnageln oder eingrenzen. „HERR der Heerscharen“ wird an den ca. 300 Stellen im AT nicht nur im Zusammenhang mit Kampf und Verteidigung verwendet, sondern auch bei Gerichtsandrohungen, in Klagepsalmen oder auch einfach im persönlichen Gebet der Gläubigen.

Viel mehr als ein Kriegsgott

Der Name „HERR der Heerscharen“ ist im allgemeinen der erhabenst, prachtvollste und königliche Eigenname Gottes. Hier ist seine unglaubliche das Universum überspannende Allmacht und Erhabenheit ausgedrückt. Gott ist eben nicht nur ein Kriegsgott.

Ein gnadenloser Kampf

Zurück zu dem unsichtbaren Krieg um uns. Unser Kampf ist nicht gegen irdische Feinde, sondern gegen die Mächte der Finsternis (Epheser 6,12). Satan als Gegner Gottes greift uns auf unterschiedlichste Weise an und will uns kampfunfähig machen. Seine Strategien: Versuchungen, Sorgen, Mutlosigkeit, Krankheit, der Verlust von lieben Menschen, Probleme, Kampf mit eigenen Fehlern, Widerstand und Verfolgung. Allein habe ich da keine Chance!

Auf der Siegerseite

Was mir Mut macht: Gott ist auch heute noch ein genialer Heerführer. Er ist der beste Taktiker und Stratege, ein mächtiger Kämpfer und Held. Wenn ich am Boden liege und versagt habe oder durch den Kampf erschöpft bin, feuert er mich an, weiterzukämpfen. Oder er verteidigt mich und sorgt für einen undurchdringlichen Schutz, so dass mir der Feind nichts anhaben kann.

Sieg durch Schwäche

Ein Paradox fiel mir noch auf: Gott hat eine Schwäche für Schwäche. ALLE Glaubenshelden der Bibel sind fehlerhafte Menschen und haben z.T. heftig versagt! Da bin ich nicht besser. Und das krasseste: Den größten Sieg „holt“ Gott am Kreuz, als er in seinem Sohn absolute Verletzlichkeit und Schwäche zeigt. Er will mich mit meinen Schwächen, weil er mich bei seinem Sieg dabeihaben will (vgl. 1. Korinther 1,27b). Was für ein Gott, was für ein (Kriegs-)Held!

Michael Böhm
Michael Böhm

Jesus ist für mich Dreh- und Angelpunkt von eigentlich allem – auch der meines Lebens. Es begeistert mich, IHN und die Voraussagen auf ihn besonders im Alten Testament zu entdecken, denn durch ihn lerne ich Gott noch besser kennen und lieben. Michael Böhm, Jg. 85, Augenoptiker und Theologie-Masterstudent