Bild mit vollständiger Quellenangabe anzeigen

Es ist wieder Fastenzeit. Circa sechs Wochen lang fasten auf Schokolade, Cola, Kaffee etc. Ich persönlich verzichte diese 40 Tage auf Youtube. Aber was ist dabei meine Motivation? Und was sagt Jesus zu diesem Thema?

Die bekannteste Fastenzeit in Deutschland beginnt von Aschermittwoch und endet Ostersonntag. Sie wurde von den westlichen Kirchen im 5. Jahrhundert eingeführt, um an das Fasten von Jesus in der Wüste zu erinnern (Mt. 4,2 ff.). Später entwickelte sich das Fasten zur Bußzeit für Sünder und zur Vorbereitung für die Taufe, die damals nur in der Osternacht durchgeführt wurde.

Heute ist Fasten meistens Selbstoptimierung. Ich möchte meinem Körper etwas Gutes tun. Bis Ostern die Strandfigur bekommen. Auf Süßkram verzichten, damit ich es danach wieder für ein weiteres Jahr genießen kann. Oder ich möchte mir und anderen zeigen, dass ich auch ohne … leben kann. In der Bergpredigt kritisiert Jesus diese selbstzentrierte Haltung:

„Wenn ihr fastet, setzt keine Leidensmiene auf wie die Heuchler. Sie vernachlässigen ihr Aussehen, damit die Leute ihnen ansehen, dass sie fasten. Ich sage euch: Sie haben ihren Lohn damit schon erhalten.“ (Mt. 6,16)

Jesus kritisiert im Text die Pharisäer, die als besonders fromme Menschen bekannt waren. Sie zeigen ihr Fasten äußerlich, indem sie sich nicht waschen, um damit anzugeben wie sie die Gebote des Alten Testaments einhalten. „Die Heuchler“ haben als Lohn ihrer Oberflächlichkeit schon das Ansehen der Menschen bekommen. Aber Jesus schlägt sogleich eine Korrektur der Motivation vor:

„Wenn du fastest, pflege dein Haar und wasche dir das Gesicht ‚wie sonst auch‘, damit die Leute dir nicht ansehen, dass du fastest; nur dein Vater, der ‚auch‘ im Verborgenen ‚gegenwärtig ist‘, soll es wissen. Dann wird dein Vater, der ins Verborgene sieht, dich belohnen.“ (Mt. 6,17-18)

Für Jesus ist Fasten Beziehungspflege mit Gott. Ihm geht es dabei um die Herzenshaltung und nicht – wie bei den Pharisäern – um die Anerkennung in der Gesellschaft. Darum soll das Fasten im Verborgenen geschehen. Vorbilder im Alten Testament sind zum Beispiel David (2. Sam. 12,15) oder Esther (Esther 4,3). Sie brachten mit dem Fasten ihre Buße, Sorgen und Ängste ernsthaft vor Gott. Schließlich sagt Jesus, dass diese Motivation beim Fasten von Gott belohnt wird.

So lerne ich persönlich aus dem Bibeltext, die gewonnene Zeit durch den bisherigen sinnlosen Youtube-Konsum, bewusster zur Beziehungspflege mit Gott zu gebrauchen. Außerdem sind 40 Tage eine gute Zeit, die Motivation „ich kann auch ohne (Schokolade, usw…)“ in ein „ich will nicht ohne Gott meinen Alltag leben“ zu verändern.

Gabriel Schöfer
Gabriel Schöfer

"Jesus ist für mich mein treuster Freund und die Hoffnung die mich durchs Leben mit all seinen Höhen und Tiefen trägt." Gabriel Schöfer Jg. 91. Verbrachte ein Jahr in Argentinien und ist jetzt Bibelschüler im 2. Jahr in Wiedenest und ein Cappucino- Feinschmecker.