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Wie bei dem bekannten Zitat (Sein oder Nicht-sein?) Geht es auch bei dieser Überschrift um  existentiell Wichtiges. Wir leben heute in einer Welt, die nicht mehr an Sünde und Gericht Gottes glaubt, und trotzdem haben wir alle das dumpfe Gefühl, dass etwas nicht stimmt mit uns. Kämpfen wir doch alle mit Gefühlen wie Schuld, Scham oder Ungenügend-Sein.

An ganz unterschiedlichen Beispielen ist mir das deutlich geworden:

  • In dem Buch „Der Prozess“ von Kafka wird jemand festgenommen, angeklagt und weiß nicht warum. Immer stellt er sich der Frage: Was wirft man mir vor? Was habe ich getan?
  • Alle Karriere-Freaks lassen die Frage aufkommen, warum arbeiten sie eigentlich so hart weiter, selbst wenn sie ihr Ziel schon erreicht haben?
  • Warum haben wir so viel Angst davor, jemanden zu enttäuschen, uns festzulegen, oder nicht zugefallen?
  • Woher kommen sie, die ständigen bohrenden Selbstzweifel?

In diesem Sinne haben wir tatsächlich alle irgendwo das Gefühl „unrein“ zu sein. Wie nun ist der Weg des Rein- Seins zu finden? Dazu finden wir durchgängig die Antwort: von außen nach innen. Will sagen, wir ändern etwas im Äußeren und verändern damit etwas im Inneren.

Diese Position begegnet uns im Großen z. B. in der Politik, wo Versuche mit gleicher Kleidung, gleichen Löhnen, gleichen Rechten u. a. die Menschen dazu bringen soll, dass sie  „friedlich und im reinen“ miteinander leben.

Diese Position kennen wir auch im Kleinen, im ganz Persönlichen, wenn ich erst mal mehr abgenommen habe, mehr Muskeln aufgebaut, wenn ich erst mal dies… geschafft habe, und wir versprechen uns davon, entsprechende Veränderung auch im Inneren, z. B. mehr Zufriedenheit, mehr im „Reinen“ mit uns zu sein.

Nur ging dieser Grundsatz „von außen nach innen“ noch nie auf. Auch nicht auf frommer Ebene. Mich erinnert das an die Pharisäer. Sie achten sehr auf Äußerlichkeiten, weil sie hoffen, so von Gott angenommen zu werden.

Jesus nun sagt der Weg geht genau anders herum, nämlich von innen nach außen. Er erklärt allen, auch seinen Jüngern noch mal extra: (Markus 7, 14-22) „ …begreift doch, nicht was ein Mensch zu sich nimmt (etwas von außen) macht ihn unrein, sondern das, was aus seinem Herzen kommt (von innen), das sind seine bösen Gedanken wie: sexuelle Zügellosigkeit, Diebstahl, Mord, Habsucht, Überheblichkeit…

Als ich das neu verstehe, bin ich auf einmal getröstet und entlastet. Denn das bedeutet ja, dass  meine äußeren Bemühungen, ob sie nun gelingen oder ob ich versage, letztlich unbedeutend sind. Denn ich weiß, am Herzen kann nur einer was machen, nämlich Jesus- mein Erlöser.

Er macht mich rein.

 

Petra Köhler
Petra Köhler

Jesus ist für mich: der -ich bin-da-! Deshalb machts für mich Sinn zu Sein. Besonders gerne mag ich : Menschen, Backen, Farbe und Besuch.

  • Trost ist etwas schönes. Aber der Trost sollte auch in die eigene Reinheit münden, frei von Schuld, Scham oder Ungenügend-Sein.

    Wir kamen auch ind der Lobpreisgemeinde zu diesem Thema. Ungewollt! https://www.youtube.com/watch?v=XWh1eQEuSzE

    Starker Satz: „Als ich das neu verstehe, bin ich auf einmal getröstet und entlastet. Denn das bedeutet ja, dass meine äußeren Bemühungen, ob sie nun gelingen oder ob ich versage, letztlich unbedeutend sind. Denn ich weiß, am Herzen kann nur einer was machen, nämlich Jesus- mein Erlöser.“