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Sicherlich kennt ihr den Werbeslogan von IKEA: „Wohnst du noch oder lebst du schon?“ Und dann gibt es da noch den Satz: „Funktionierst du noch oder lebst du schon?“ Seit Monaten steht dieser Satz nun im Status meines WhatsApp-Profils und kürzlich fragte mich jemand, was denn das Geheimnis sei – zu „LEBEN“ und nicht nur zu „FUNKTIONIEREN“?

Nehmen wir mal den Werbeslogan von IKEA: Letztendlich sagt er nicht aus, dass man aufhören soll zu wohnen, um zu leben. Vielmehr geht es darum, dass der Wohnraum, der mit IKEA-Möbeln ausgestattet ist, mehr ist als das einfache Wohnen. Wenn wir die Begriffe „hausen“, „wohnen“, „leben“ bezogen auf unseren Wohnraum aussprechen, bekommen wir das Gefühl, dass es mit jedem Mal besser wird. Und der Schlüssel vom Wohnen zum Leben sind die Möbel des besagten Herstellers. Halten wir also fest, dass es bezogen auf „LEBEN“ und „FUNKTIONIEREN“ nicht bedeutet, dass letzteres keine Rolle mehr spielt. „FUNKTIONIEREN“ können auch Maschinen, Robotern, Handys, Tablets etc. Aber wir wollen „LEBEN“. Ein zunächst gegenstandsloses Wort, dass wir persönlich mit Inhalt füllen. Wenn wir mehr als nur „FUNKTIONIEREN“ wollen, denken wir möglicherweise an Abenteuer, Emotionen, Erfüllung, Wünsche und Träume oder genießen, entspannen. Aber auch erfolgreich, glücklich, fehlerlos zu sein und vieles mehr gehört dazu. Interessanterweise spricht Jesus, wenn er über „LEBEN“ spricht, vom Verlieren oder Aufgeben: „Wer sein Leben findet, der wird es verlieren; und wer sein Leben verliert um meinetwillen, der wird es finden!“

Das, was wir allgemein mit „LEBEN“ verbinden, können wir finden, aber wir können es nicht halten. Unser Leben kommt nur in Verbindung mit Jesus dauerhaft über den Zustand des bloßen „FUNKTIONIERENS“ hinaus.

Doch haben auch Christen, die sehr aktiv für den Herrn unterwegs sind, oft das Gefühl, nur noch zu funktionieren und nicht mehr zu leben. Ich denke, dass sich die Theorie oben in ihrer Praxis  häufig nicht so leicht umsetzen lässt. Allerdings stelle ich immer wieder fest, dass ein zu viel an Aufgaben dazu führt, dass das Gefühl aufkommt, nur noch zu „FUNKTIONIEREN“.

„Gott braucht keine Helden!“ Dieser Satz soll nicht nur von unserer Schwäche ablenken und auf Gottes Stärke hinweisen. Er sagt auch aus, dass Gott viele Möglichkeiten hat, sein Reich zu bauen. Treten wir ruhig mal zurück und lassen andere machen. Nicht jede Aufgabe, die wir wahrnehmen oder die an uns herangetragen wird, muss zwingend von uns erledigt werden. Es gibt andere.

Wenn bei dir also das Gefühl aufkommt, nicht mehr zu „LEBEN“, sondern nur noch zu „FUNKTIONIEREN“, dann tritt einfach mal zurück. Nimm dir die Zeit, um zu reflektieren, was du tust, warum du es tust und ob du wirklich der einzige bist, der es tun kann. Gott will dich gebrauchen – aber auch andere. Und er braucht keine Helden.

Paul Sawatzky
Paul Sawatzky

"Jesus ist für mich das größte Wunder. Er, der es nicht für einen Raub hielt Gott gleich zu sein, wurde Mensch, um auch mich zu erretten. Wahnsinn. Danke Gott!" Jg. 88. Student für Pflegemanagement. Glücklich verheiratet mit Jenny Sawatzky. Wohnhaft in Fulda.