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Eine Betrachtung zum Advent

1. Advent

Jesus kommt als Einzelner in diese Welt. Er ist oft in der Menge, aber kein Teil von ihr. Er ist ständig unter Menschen, aber er vergleicht sich nicht mit ihnen. Er redet keinem nach dem Mund und strebt nicht nach Anerkennung. Er ist Niedrigkeit ohne schwach zu sein. Er hält Kritik aus ohne sich zu rechtfertigen. Er nennt die Dinge beim Namen im Angesicht der Ablehnung. Er ist die Wahrheit, umgeben von Lüge. Er ist der Gott-Mensch. Er ist der Einzelne.

2. Advent

Ich bin Teil einer Menge, bin Freund unter Freunden, Kollege unter Kollegen, Konsument in der Konsumgesellschaft, Fan einer Mannschaft, Mitglied meiner Familie. Ich passe mich der Menge an, drehe mein Fähnchen nach dem Wind, kann Kritik üben, aber nicht vertragen, will angesehen sein, will einer von ihnen sein, will nicht alleine sein. Die Menge bestimmt mich, ohne dass ich es merke, sie macht mich unfrei, sie engt mich ein. Umgeben von vielen, denen es genauso geht, die mich scheinbar verstehen und lieben, solange ich mich bemühe ein Teil zu sein. Kann ich austreten und trotzdem dabei sein? Ich mache mich auf die Suche nach dem Einzelnen und habe Angst allein zu sein.

3. Advent

Er steht vor der Tür und klopft an, der Einzelne, den keine Menge vereinnahmen kann. Ich ahne, dass ich ihm nur ganz alleine gegenüber treten kann. Keine Gruppe, keine Menge, nur Er und ich. Er stellt keine Anforderungen. Kein Fähnchen, keine Fassade, kein Teil soll ich sein. Mit leeren Händen, arm, elend und nackt soll ich kommen. Will ich wirklich ein Einzelner werden?

4. Advent

Ich lasse ihn eintreten.
Ich bin nicht allein, aber mit Ihm bin ich ein Einzelner.

Burkhard Köhler
Burkhard Köhler

Verheiratet. 3 Kinder. Suche mir gerne immer wieder neue Projekte an denen ich tüfteln und denken kann.

  • Beate Janowski

    Starke Worte – Gott ist an Beziehung interessiert – dass ER den Einzelnen wahrnimmt, ist mir ein großer Trost – immer schon gewesen

  • Starke Andacht!
    Das kommt der Wahrheit nahe , die ich einem Lied verwendet,
    das ich noch nicht gesungen habe:
    „Auf dieser Pilgerreise alleine
    mit Christus auf Christus-weise“
    Nur warum muss der Mensch immer negativ beschrieben werden, damit sich
    Jesus als besser abhebt?
    In meinem Lied geht es so:
    So Ist Mensch erst Mensch

    https://www.youtube.com/watch?v=rUokFDBL7Ss

    Vollendung, Christi Ziel.
    von ihm her gelebt, geliebt.

    auf dieser Pilgerreise alleine
    mit Christus auf Christus-weise

    verbunden mit vielen die vorausgegangen.die mit hineingenommen in seinen Schmerz
    und so lebt Mensch durch sein Leben erst.

    1.weil sie mit ihm darum halten Sie die Wacht.
    in seiner Wachsamkeit haben sie nichts anderes im Sinn

    bei allem was sie tun was sie sagen, wo sie waren war er, wozu sie waren
    durchdrungen von ihm!

    nehmen sein Wirken wahr, mehr und mehr und mehr
    und so liebt Mensch durch sein lieben erst.

    2.) verstehen, erst beim Gehen auf seinen Wegen
    Neuheit erst im mit ihm gestorben sein

    begraben auferstanden zum neuen Leben
    so wird aus Angst Herrlichkeit.

    nicht mein Gebet und Suchen, mein Wollen. sondern Jesus ganz allein
    soll der Grund meines Lebens sein

    3. sie kommen und gehen tauchen auf und verschwinden
    hinterlassen den Ruf, den man vorher nicht gekannt.

    verhelfen Jesu Passion zu bedenken.
    Gottes Sohn hing wegen mir am Kreuzesstamm

    Herr deine Güte reicht so weit. sie findet sich nur in dir
    und so ist Mensch Mensch durch den einen Menschen erst.