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Als Jugendleiter mache ich mir um einige Jugendlichen mehr Sorgen als um andere. Wie sieht es aus in ihrem Glauben? Ich sage mir: „Naja, Hauptsache sie …“ und fülle das ein, was mir besonders wichtig ist. Doch was ist eigentlich die Hauptsache?

Falsche Sicherheiten

Welche Dinge mir wichtig sind, hängt zum großen Teil von meiner Prägung ab.
Für manchen Christen sind deine Erlebnisse die Hauptsache. Wenn du eine besondere Bekehrung, Wunder, Missionserfolge oder Ähnliches erlebst, kann man sich sicher sein, dass du auf einem guten Weg mit Jesus bist. Ohne Frage, mit Jesus zu leben ist wichtig, doch es kann auch zu einer falschen Sicherheit führen. Jesus sagt:

„Es werden viele zu mir sagen an jenem Tage: Herr, Herr, haben wir nicht in deinem Namen geweissagt? Haben wir nicht in deinem Namen böse Geister ausgetrieben? Haben wir nicht in deinem Namen viele Wunder getan? Dann werde ich ihnen bekennen: Ich habe euch noch nie gekannt; weicht von mir, ihr Übeltäter!“ – Matthäus 7,22-23

In manchen christlichen Bewegungen ist dein Wissen die Hauptsache. Wenn du die theologisch richtigen Antworten geben kannst, bist du auf dem richtigen Weg. Doch Jesus sagt zu den Schriftgelehrten:

„Ihr sucht in der Schrift, denn ihr meint, ihr habt das ewige Leben darin; und sie ist’s, die von mir zeugt, aber ihr wollt nicht zu mir kommen, dass ihr das Leben hättet“ – Johannes 5,39-40

Oder dein Handeln ist die Hauptsache. Wenn du bestimmte Dinge tust, wie z.B. immer zum Gottesdienst kommst, deinen Zehnten gibst und keinen Ehebruch oder Diebstahl begehst, bist du ein gute Christ. Tatsächlich zeigt sich an unserem Handeln viel von der Echtheit unseres Glaubens (Jak 2,14ff). Dennoch lässt sich ein fester Glaube nicht einfach an ein paar offensichtlichen DOs und DON´Ts festmachen. Wenn Jemand alle diese Dinge tut, kann er trotzdem mit dem Herzen weit weg von Jesus sein. Und ein Anderer, der z.B. die Ehe gebrochen hat, kann Jesus ganz nah sein.

Hauptsache Jesus

All das, woran wir die geistliche Gesundheit des Nächsten festmachen, sind die äußeren Anzeichen einer Beziehung zu Jesus. Doch am Ende zählt eben nur diese Beziehung selbst: Jesus zu kennen (Joh 17,3) und mit ihm verbunden zu sein (Joh 15). Einzeln betrachtet sind die oben genannten Anzeichen nur falsche Sicherheiten für meinen augenscheinlich festen Glauben. Sie geben mir ein sicheres Gefühl, weil ich ja die Hauptsache tue, denke, oder erlebe. Doch in Wahrheit sieht Jesus tiefer. Jeder muss sich selbst fragen: Wie steht es um meine persönlichen Liebe zu – und Freude an  – Jesus?

Silas Köhler
Silas Köhler

"Jesus ist für mich vor allem der Herr meines Lebens, weil ich immer wieder erfahren habe, wie viel Mist dabei rauskommt, wenn ich selbst versuche mein Leben zu meistern." Jg. 89. Studierender an der BTA Wiedenest. gelernter Tischler. Verheiratet mit Ute.