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Die Not anderer interessiert mich ehrlich gesagt „herzlich“ wenig.

Ein Beispiel: Wenn Sklavenfamilien meinen Tee  pflücken, so wenig verdienen, dass es nicht zum Leben reicht, dann ist das zwar traurig, aber dafür kann ich doch nichts. Nur um nicht teilen oder selbst verzichten zu müssen, fallen mir so einige Ausreden ein. Aber wehe, ich oder jemand aus meiner Familie wird so behandelt, dann ist es plötzlich etwas ganz anderes.

Gott dagegen kümmert sich um die Not der Menschen. Das sehe ich bei Noah: Gott greift ein, als nur noch Chaos, Gewalt und Gottlosigkeit herrschen. Gott hat lange Geduld, sodass „…manche schon denken … aber er hat Geduld und will nicht, dass auch nur einer von euch verloren geht.“ (2. Petrus 3,9) Aber Gottes Menschen wollen einfach nichts mit Gott zu tun haben. Da ist Gott bekümmert, bis tief ins Herz hinein. Und Gott wünscht sich, er hätte die Menschen nie geschaffen.

„da reute es ihn, dass er die Menschen gemacht hatte auf Erden, und es bekümmerte ihn in seinem Herzen“ – 1. Mose 6,6

Das gehört für mich zu den schockierendsten und traurigsten Texten der Bibel. Aber nicht aus Mitleid mit den Verlorenen, sondern, weil es einen Blick in Gottes Herz frei gibt. Da ist tiefe Trauer über seine Menschen, wovon ich auch einer bin. Es reute Gott – uns überhaupt geschaffen zu haben. Das trifft mich und ER kommt zum Urteil: Ich will vertilgen. Mensch und Tier. (1. Mose 6,7)

Jetzt wird’s komisch, anstatt endlich Ruhe zu haben, behält er einen Rest übrig (Noahs Familie) und fängt mit ihnen wieder neu an. Die Liebe zu seinen Geschöpfen ist größer das alle Trauer, Enttäuschung und Reue.
Noah lebt in dieser verdorbenen Umgebung völlig anders, er lebt so wie es Gott gefällt. Aber Vorsicht: Es gibt keine Vorbedingungen zur Rettung. Noah hat es nicht verdient gerettet zu werden, so wie ich auch nicht. Das ist schön zu sehen im Film „Noah“ (mit Russell Crowe) als dieser sicher und trocken im Schiff sitzend, plötzlich merkt, dass er auch nicht besser ist, als die Menschen außerhalb der Arche. Er erkennt seine innere Schlechtigkeit und verzweifelt fast daran.
Solange wir noch glauben, wir leben sicher und trocken in der Arche und werden von allem Übel verschont, solange haben wir noch keinen Blick in unser Herz und noch lange keinen Blick in Gottes Herz geworfen. Sind noch selbstgerecht und haben keine Ahnung, was wir verdient haben. Aber im Gegensatz zum Film, der die Gnade Gottes nicht kennt, weiß ich vom großen Gnadengeschenk und freue mich, dass es allein seine Güte ist, dass ich lebe. Jetzt und für immer.

Petra Köhler
Petra Köhler

Jesus ist für mich: der -ich bin-da-! Deshalb machts für mich Sinn zu Sein. Besonders gerne mag ich : Menschen, Backen, Farbe und Besuch.