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Paulus schreibt: „Denn wir gehen davon aus, dass man aufgrund des Glaubens für gerecht erklärt wird und nicht, weil man bestimmte Gesetzesvorschriften einhält (Römer 3,28)“ Jakobus schreibt: „Ihr seht also, dass der Glaube allein nicht genügt; ein Mensch wird nur dann von Gott für gerecht erklärt, wenn sein Glaube auch Taten hervorbringt (Jakobus 2,24)“ – Wie passt das zusammen?

Dieser scheinbare Widerspruch machte mir lange Zeit Probleme. Was ist denn nun entscheidend, der Glaube oder meine Taten? Die Lösung liegt darin die Frage zu hinterfragen. Sowohl Paulus als auch Jakobus sprechen nämlich von der gleiche Sache, nur mit unterschiedlichen Schwerpunkten. Wie ist das zu verstehen.

Nur der Glaube rettet

Paulus möchte betonen, dass niemand vor Gott etwas vorweisen kann. Wenn du vor ihm stehst, wirst du nicht sagen können: Ich brauche keine Vergebung, denn ich habe immer nach deinen Geboten gelebt. Nein, jeder ist darauf angewiesen an Jesus zu Glauben, damit sein stellvertretendes Opfer für unsere Sünden angerechnet wird. Der eine war vielleicht immer ein guter Christ und hat es fast immer geschafft den Versuchungen zu widerstehen. Der andere hat vielleicht  jeden Tag neu gemerkt, wie schlecht und verdorben er ist. Um vor Gott zu bestehen müssen beide in gleicher Weise glauben und das Opfer Jesu für ihre Schuld anerkennen.

Ohne Werke ist der Glaube kein Glaube

Wir denken manchmal, dass Glaube eine Art Bekenntnis sei, das wir sprechen müssten, um gerettet zu werden. Nach dem Motto: Wenn ich behaupte an Jesus zu glauben, werde ich gerettet. Aus dieser Perspektive macht es dann tatsächlich keinen Sinn, wenn Jakobus sagt, dass der Glaube nicht echt ist, wenn er nicht auch ein geheiligtes Leben hervorbringt. Denn wie ich lebe, hat doch nicht zwingend etwas damit zu tun, was ich bekenne. Oder doch?

Es geht nicht darum Glaube zu bekennen, sondern wirklich zu glauben. Glaube ist etwas, das man tut. Wie es auch nicht reicht zu behaupten, dass ich meine Frau liebe, wenn ich dann nicht liebevoll mit ihr umgehe. Deutlicher wird das, wenn wir uns fragen: Was glauben wir denn?

Wir glauben Jesus, dass er tatsächlich der Sohn Gottes ist, der für unsere Schuld vor Gott bezahlt hat und uns dadurch mit Gott versöhnt hat und wir so wieder unter der guten Herrschaft Gottes leben können.

Wird dir klar, warum Glaube ohne Werke tot ist? Ganz praktisch: Wie kann jemand behaupten: „Ich möchte unter der guten Herrschaft Gottes leben, aber ich möchte nicht das tun, was er sagt. Ich möchte von Jesus geliebt werden, aber ich möchte selbst nicht lieben müssen.“ Wenn du in deinem Leben auf das pfeifst, was Jesus sagt, dann bist du nicht gerettet. Nicht, weil wir nicht nur durch Glaube gerettet werden würden, sondern weil dein Glaube gar kein Glaube ist. Dann kannst du zwar bekennen: „Ich glaube an Jesus“, aber es hilft nichts, wenn du es nicht auch tust.

Es geht nicht darum, dass wir erst sündlos sein müssten damit wir Glauben hätten. Auch wenn du echten Glauben hast, wirst du immer wieder versagen und sündigen. Es geht viel mehr darum, ob du nach Gottes Gebot leben WILLST, gerade weil du an ihn glaubst, oder ob du zwar sagst „Ich glaube“, aber es nicht mehr als ein Bekenntnis ist.

Silas Köhler
Silas Köhler

"Jesus ist für mich vor allem der Herr meines Lebens, weil ich immer wieder erfahren habe, wie viel Mist dabei rauskommt, wenn ich selbst versuche mein Leben zu meistern." Jg. 89. Studierender an der BTA Wiedenest. gelernter Tischler. Verheiratet mit Ute.