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Stell dir vor du spendest 700€ an einen Missionar, was dürfte er sich davon kaufen und was nicht?

Ich stelle mir vor, ich habe vier Monate auf einen neuen Fernseher gespart. 700€ warten darauf in das heute Standard gewordene Wohnzimmer-Kino investiert zu werden. Spontan entscheide ich mich großzügig auf den Fernseher zu verzichten und das Geld stattdessen einem befreundeten Missionar zu spenden. Einige Wochen später schickt dieser mir ein Bild von seinem Wohnzimmer. Auf dem Foto steht, von Hand geschrieben, ein großes „DANKE!“. Im Vordergrund steht mein Freund mit erhobenem Daumen strahlt er mich an. Im Hintergrund – ich kann es kaum fassen – sein neuer Fernseher.

Es fühlt sich so falsch an! Sollte ein Missionar nicht in einer Strohhütte leben und all sein Geld und seine Zeit in die Menschen, bei denen er wohnt, investieren? Er ist doch im Auftrag Gottes unterwegs. Wie könnte er das Geld, das ich so mühsam zusammengespart habe, nur so verschwenden. Dafür habe ich nicht gespendet!

Aber was ist mit mir? Ich bin doch auch von Gott in diese Welt gesandt, sollte ich dann nicht auch ärmlich leben und all meine Energie und eben auch meinen Besitz und mein Geld in das Reich Gottes investieren? Um meinen eigenen Wohlstand zu decken, dreh ich den Spieß einfach um: Naja, dann soll er halt seinen Fernseher habe. Von irgendetwas muss er ja schließlich leben. Aber wenn ich ehrlich bin, spende ich dann doch lieber irgendwo hin, wo jemand sich von meinen Spenden keinen Fernseher kauft, sondern mir ein Bild schickt wie er mit dem Geld Menschen geholfen hat und ihnen von Jesus erzählt hat.

Gott hat jedem Menschen unterschiedlich viel Geld anvertraut. Wir sind alle nur Verwalter, niemandem gehört das Geld auf seinem Konto. Wir sollen es verwenden, um den Armen zu helfen und damit sich das Evangelium ausbreitet. Wenn ich für einen Missionar denke, zeigt sich, was ich eigentlich für „sinnvoll verwaltet“ halte. Wenn ich dann wieder in meiner eigenen Haut stecke, scheinen mir ganz andere Ausgaben angebracht. Wie z.B ein neuer Fernseher.

Dreh den Spieß nicht um. Hebe nicht alle Missionare auf das Wohlstandsniveau heben wie du es hast, um dein Gewissen zu beruhigen. Fange an selbst so zu teilen, zu spenden und zu leben, wie es für einen Verwalter der Gnade Gottes angebracht ist.

Silas Köhler
Silas Köhler

"Jesus ist für mich vor allem der Herr meines Lebens, weil ich immer wieder erfahren habe, wie viel Mist dabei rauskommt, wenn ich selbst versuche mein Leben zu meistern." Jg. 89. Studierender an der BTA Wiedenest. gelernter Tischler. Verheiratet mit Ute.