Bild mit vollständiger Quellenangabe anzeigen

Wie viele Kriege, Katastrophen und Verbrechen braucht es noch, bis sich Gott entscheidet, dieser Zeit ein Ende zu setzen, um eine bessere und neue Zeit zu beginnen? Wer beendet diese Welt? Ein Diktator? Eine Bombe? Ein riesiger Meteorit?

Die Jünger von Jesus waren überzeugt, dass das Ende der Welt kommt, wenn es eine feindliche Macht wagt, Gottes Tempel anzugreifen. Das würde sich Gott niemals gefallen lassen, denn immerhin wohnte er ja im Tempel, im Allerheiligsten, über der Bundeslade. Als Jesus ankündigte, dass der Tempel zerstört werden würde, war für die Jünger klar, dass dann das Ende der Welt gekommen ist. Für sie war der Tempel der „Zeiger an der Weltenuhr“. Deshalb fragen sie auch sofort nach: Wann wird das geschehen, und welches Zeichen wird deine Wiederkunft und das Ende der Welt ankündigen? (Matthäus 24,3). Die erste Frage ist die nach dem Zeitpunkt der Tempelzerstörung, die anderen beiden Fragen nach den Vorzeichen der Wiederkunft von Jesus und des Weltendes. Für die Jünger sind alle drei Ereignisse gleichzeitig: Tempelzerstörung bedeutete für sie, dass der Messias kommt und diese Weltzeit beendet, um eine neue Welt zu beginnen. Mittlerweile ist die Zerstörung des Tempels (70 nach Christus) schon weit über 1900 Jahre her, und der Messias ist nicht wieder gekommen, die Welt auch nicht erneuert worden. Jesus hatte es gewusst und auch davor gewarnt, das Ende der Welt in der Tageszeitung zu suchen:

Ihr werdet von Kriegen hören; ihr werdet hören, dass Kriegsgefahr droht. Lasst euch dadurch nicht erschrecken. Es muss so kommen, aber das Ende ist es noch nicht. (Matthäus 24,6)

Wir erleben den Anfang der Wehen (Matthäus 24,8) – jede Frau weiß, dass es vom Anfang der Wehen bis zur Geburt noch sehr lange dauern kann. Und keine Frau kann voraussagen, wie lange die Wehen dauern werden. Verfolgung, Hungersnot, Krieg, Verrat, Verführung – das alles passiert schon immer, heute noch und wird auch weiterhin passieren. Niemand kann daran ablesen, wie nah oder fern das Ende der Welt ist. Das Ende richtet sich nicht nach Politik und Gesellschaft. Das Ende richtet sich nach Mission:

Die Botschaft vom Reich ´Gottes` wird in der ganzen Welt verkündet werden, damit alle Völker sie hören. Dann erst kommt das Ende. (Matthäus 24,14)

Das Ende kommt, wenn unser Auftrag erfüllt ist. Anders herum: So lange die Gemeinde von Jesus Christus noch unterwegs ist, um Menschen zu retten, und so lange sich Menschen noch retten lassen, wartet Gott mit dem Ende, um noch mehr Menschen für sein Reich zu gewinnen.

Mission ist der „Zeiger an der Weltenuhr“. Mission ist der Grund, dass Gemeinde noch auf dieser Welt existiert.

Ulrich Neuenhausen
Ulrich Neuenhausen

"Jesus ist für mich Basis der Gemeinde, Ziel meines Lebens, Erfüllung meiner Hoffnung und Sehnsucht, Einladung zum Vater im Himmel, Befreier von aller Schuld, Licht, Brot, Tür, Hirte, Wahrheit, Leben, Weg - einfach alles, was ich zum Leben und Sterben brauche." 50 Jahre alt, verheiratet mit Anke seit 27 Jahren. Vier Kinder zwischen 14 und 22 Agraringenieur für Internationale Agrarwirtschaft. Theologe. Fast fünf Jahre Arbeit in Südasien (Indien und Pakistan). Lehrer an der BTA seit 1998. Schulleiter der BTA von 2002 bis 2010. Leiter von Forum Wiedenest seit 2011.