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Wenn ein Prediger mal kein Thema hat und es nicht auffallen soll, predigt er einfach über Gebet.

Mit seiner Aussage „Ihr betet zu wenig“ hat er wahrscheinlich immer Recht. Erschlagen könnte er die Gemeinde z.B. mit 1. Thessalonicher 5, 17, dort steht:

„betet ohne Unterlass“

Aber was bringt eigentlich Gebet? Lohnt es sich zu beten? Ein englischer Bischof wurde gefragt, ob er wirklich dem Gebet an Gott vertraue, oder ob ihm nicht vielleicht Zufälle geholfen hätten. Er antwortete: „Als ich zu beten aufhörte, hörten auch die Zufälle auf.“ – Natürlich können wir uns den Kopf über das Gebet zerbrechen, wie wir beten müssen oder wie Gebet wirkungsvoll sein kann. Anstatt nur darüber nachzudenken, sollen wir es aber vor allem tun. Beten. Wir wollen dem Gebet etwas zutrauen, so wie der Bischof es tat.

Diese beiden Extreme gibt es: der unerreichbare Anspruch, immer zu beten und es darum gleich nicht allzu oft zu tun. Und auf der anderen Seite ein Rumrätseln wie man denn nun so beten könnte, damit es wirksam wäre. Ich will nicht nur über Gebet nachdenken. Ich weigere mich den Anspruch der Bibel herunterzusetzen. Ich möchte Schritte auf ein gutes Gebetsleben zugehen. Ganz konkret:

Ich will heute mehr beten, als ich es gestern getan habe.

Wir scheitern an den Maßstäben Gottes. Kein Grund sie herunter zusetzen, wohl aber auf sie zu zugehen und zu lernen aus der Gnade Gottes zu leben. Bete im Vertrauen auf Gott, kurz, lang, klug, dumm, in Angst und Zweifel und im Glauben, aber bete. Z.B. jetzt. Überlege nicht, ob dein Gebet gut war, sondern wisse, dass es gut war, dass du gebetet hast. Tue es weiter.

Silas Köhler
Silas Köhler

"Jesus ist für mich vor allem der Herr meines Lebens, weil ich immer wieder erfahren habe, wie viel Mist dabei rauskommt, wenn ich selbst versuche mein Leben zu meistern." Jg. 89. Studierender an der BTA Wiedenest. gelernter Tischler. Verheiratet mit Ute.