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Manchmal ist Ehe schwer. Dabei haben wir uns doch beide lieb. Und doch, allzu schnell verwechsel ich „lieben“ mit „brauchen“.

In seinem Buch „Die große Scheidung“ von C.S. Lewis las ich kürzlich den Streit eines Ehepaares. Beide waren bereits tot. Sie war im Himmel, er im Totenreich. (leicht geänderte Fassung)

Er: „Liebe! Kennst du die Bedeutung dieses Wortes?“
Sie: „Wie sollte ich nicht? Ich bin in der Liebe. ‚In Liebe‘ – begreifst du das? Ja, jetzt liebe ich wahrhaftig.“
Er: „Du meinst, du hast mich nicht wahrhaftig geliebt in den Tagen von einst?“
Sie: „Nur in einer kümmerlichen Weise. Ich habe dich gebeten mir zu verzeihen. Etwas wirkliche Liebe war darin. Aber was wir Liebe nannten da unten, das war zum größten Teil ein Verlangen danach, geliebt zu werden; weil ich deiner bedurfte.“
Er: „Und jetzt? Jetzt bedarfst du meiner wohl nicht mehr?“
Sie: „Aber selbstverständlich nicht. Was für Bedürfnisse könnte ich jetzt haben? Nun da ich alles habe. Ich bin jetzt erfüllt, nicht leer. Ich bin in der Liebe selbst, nicht einsam. Stark, nicht schwach. Auch du sollst so sein. Komm und schau. Wir werden kein Bedürfnis nacheinander haben: Wir werden anfangen uns wahrlich zu lieben.“

Wie würde es dir gehen, wenn dein Partner dir sagt, dass er dich nicht braucht. Fühlen wir uns dann nicht schnell ungeliebt? Eigentlich könnte es uns freuen, wenn unser Partner immer „unabhängiger“ von uns wird und immer abhängiger von Gott, dann wird er schließlich erst frei uns zu lieben. Wer meint, seinen Partner zu „brauchen“, will letztlich wohl mehr selbst geliebt werden. Er braucht das „geliebt werden“ und wird dadurch unfrei selbst zu lieben.

Ich will meine Frau lieben. Deswegen will ich vor allem Jesus brauchen. Macht das Sinn? Ja, denn erst wenn ich aufgrund Jesu Liebe glücklich bin, kann ich meine Frau wirklich lieben. Ein Beispiel:

Ich würde heute Abend lieber mit meiner Frau allein sein. Sie möchte lieber etwas mit anderen Leuten zusammen machen. Sie würde auch alleine mit ihnen weggehen. Ich fühle mich hintergangen, weil sie die anderen Menschen scheinbar mir vorzieht. Doch nun will ich sie gerne gehen lassen und ihr einen schönen Abend wünschen, weil ich sie lieb habe. Das ist doch super! Ich bin frei meine Frau zu lieben und ihr Gutes zu tun, weil ich nicht von ihr erwarte, dass sie mich glücklich macht. Ich brauche sie nicht um glücklich zu sein. Das will ich lernen. Dann werde ich frei sie zu lieben.

Wie sehr werde ich sie erst im Himmel lieben können, wenn ich Jesus sehe wie er ist und mit der Frau aus der Geschichte sagen kann: „Was für Bedürfnisse könnte ich haben.“

Silas Köhler
Silas Köhler

"Jesus ist für mich vor allem der Herr meines Lebens, weil ich immer wieder erfahren habe, wie viel Mist dabei rauskommt, wenn ich selbst versuche mein Leben zu meistern." Jg. 89. Studierender an der BTA Wiedenest. gelernter Tischler. Verheiratet mit Ute.