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„Chill mal Martha“. Nach freier Übersetzung ist das wohl das, was Jesus zu Martha sagt, als er bei ihr und ihrer Schwester zu Besuch war. Während Maria das Sofa testet und mit Jesus quatscht, ackert sich Martha einen ab und tut alles, dass Jesus sich wohl fühlt und sieht, dass sie bemüht ist, alles richtig zu machen. Und als Dank kommt ein „nicht son Stress Martha !“ Vielleicht ist für uns auch mal die Zeit einfach mal das Sofa zu testen, als vor sich hin zu ackern.
Mir ist am Anfang meines Studiums bewusst geworden, dass mein Glaube ganz schön Leistungsorientiert ist. Irgendwie schleicht sich immer der Gedanke ein, man müsse etwas tun, was man gerade noch nicht tut und man müssen jemand werden, der man gerade noch nicht ist und man müsste doch Dinge wissen und Antworten haben, die man jetzt noch nicht hat. Das hat mich ganz schön unter Druck gesetzt.
Als ich die Geschichte von Jesus bei Martha und Maria gelesen habe, ging mir die Glühbirne und ich habe zum ersten Mal verstanden, dass Jesus uns haben möchte wie wir sind. Nur uns und unsere Gefühle Sorgen, Gedanken, die einem gerade durch den Kopf schießen. Ich stelle mir das abgefahren vor, dass Jesus auf meiner couch sitzt und mich fragt, wie geht’s und ich leg los zu erzählen.
Wie gut es tut, einfach mal der Sein zu dürfen, der man gerade ist, nix tun und sein und das vor Jesus. Keine Erwartungen, keine Leistung, keine Beobachter. Jesus will mich.